68j. Pat., rezidivierende Palpitationen

Auswertung
- Indifferenz- bis Linkstyp
- HF 206/min!!!
- Zeiten: P 0,07
PQ 0,13s QRS 0,07s QT 0,22s(?) (QTc
0,39s)
Formveränderungen + Rhythmus:
- P-Welle auf vorangehende T-Welle
projiziert; positiv in I, aVL; biphasisch/negativ in II, III, aVF
- schlanker QRS-Komplex mit aszendierender
ST-Senkung in V3-V6 (i.S. einer Tachykardie-Effektes)
Diagnose
1. supraventrikuläre Tachykardie
(untere Vorhof- bzw. obere AV-Knoten-Tachykardie)
DD: - AV-junktionale Reentry-Tachykardie (mit retrograder Vorhoferregung über akzessorisches Bündel)
Das Ruhe-EKG des Patienten (s.
Fallbeispiel 25) hilft nur bedingt bei der differentialdiagnostischen
Entscheidung. WPW-Zeichen sind zwar nicht zu erkennen, ein WPW-Syndrom
dadurch aber nicht ausgeschlossen. Während der Tachykardie ist das
RP-Intervall deutlich länger als das PR-Intervall, so daß dieses
Detail eher gegen eine AVJRT spricht.
In diesem Falle wäre eine EPU
(elektrophysiologische Untersuchung) das Diagnostikum der Wahl.
In Anbetracht des kachektischen
Zustandes und der infausten Prognose des Patienten (Z.n. Magenresektion
bei Magen-Ca T3N2M0) wurde auf diese Maßnahme jedoch verzichtet.