Fallbeispiel 29

68j. Pat., rezidivierende Palpitationen




Auswertung
- Indifferenz- bis Linkstyp
- HF 206/min!!!
- Zeiten:   P  0,07    PQ 0,13s   QRS 0,07s    QT 0,22s(?)  (QTc 0,39s)

Formveränderungen + Rhythmus:
- P-Welle auf vorangehende T-Welle projiziert; positiv in I, aVL; biphasisch/negativ in II, III, aVF
- schlanker QRS-Komplex mit aszendierender ST-Senkung in V3-V6  (i.S. einer Tachykardie-Effektes)
 
 

Diagnose
1. supraventrikuläre Tachykardie  (untere Vorhof- bzw. obere AV-Knoten-Tachykardie)

DD:  - AV-junktionale Reentry-Tachykardie (mit retrograder Vorhoferregung über akzessorisches Bündel)


Das Ruhe-EKG des Patienten (s. Fallbeispiel 25) hilft nur bedingt bei der differentialdiagnostischen Entscheidung. WPW-Zeichen sind zwar nicht zu erkennen, ein WPW-Syndrom dadurch aber nicht ausgeschlossen. Während der Tachykardie ist das RP-Intervall deutlich länger als das PR-Intervall, so daß dieses Detail eher gegen eine AVJRT spricht.

In diesem Falle wäre eine EPU (elektrophysiologische Untersuchung) das Diagnostikum der Wahl.
 

In Anbetracht des kachektischen Zustandes und der infausten Prognose des Patienten (Z.n. Magenresektion bei Magen-Ca T3N2M0) wurde auf diese Maßnahme jedoch verzichtet.