Der Papyrus Ebers
Das größte Buch zur Heilkunst im Alten Ägypten
- Ein Auszug -


 

 
Wenn Du einen Mann untersuchst, der an seinem Magen* leidet, jedes Körperglied an ihm ist belastet wie beim Auftreten von Müdigkeit, dann legst Du Deine Hand auf seinen Magen. Und wenn Du seinen Magen trommelartig findest, er geht und kommt unter Deinen Fingern, dann sollst Du dazu sagen: Das ist die Trägheit der Nahrung, die ihn nicht weiter essen läßt.
Dann bereitest Du für ihn irgendein Abführmittel, (z.B.) Kerne der Dattel, durchgepreßt in geronnenem Bier, und seine Eßlust kehrt zurück.
Wenn Du ihn untersuchst, nachdem dies getan ist, und Du findest seine Körperseite warm und seinen Bauch kalt, dann sollst Du sagen: Die Trägheit ist abgegangen.
Dann läßt Du ihn seinen Mund bewahren vor jeglichem gebratenen Fleisch.
(pEbers 36, 17 - 37, 4)

Wenn Du einen Mann untersuchst, der an Verstopfung leidet, der Hustenanfälle hat, während sein Leiden ist unter seinen Körperseiten wie Kotklumpen, dann sollst Du dazu sagen: Das sind Wölbungen zu seinen Seiten, während sein Magen sich verengt hat.
Dann sollst Du für ihn bereiten wirksame Mittel zum Trinken, (z.B.) frischen Brei, gegart in Öl und Honig, 1/32 sam**, 1/16 Snj-Samen, 1/8 SASA. Das gibst Du auf ihn (=den Brei) und kochst es zu einer einheitlichen Masse, die an 4 Tagen getrunken werde.
Wenn Du ihn danach untersuchst, und Du findest ihn im Zustand seines Leidens wie beim ersten Mal, dann bedeutet es, daß er gesund wird.
(pEbers 37, 4 - 10)

Wenn Du einen Mann untersuchst, der an seinem Magen leidet, der an seinem Oberarm leidet und an seiner Brust auf der Seite seines Magens, wozu man sagt: Dies ist die wAD-Krankheit (="grüne Gesichtsfarbe"?). Dann sollst Du dazu sagen: Etwas ist eingetreten in den Mund! Der Tod ist es, der ihm naht.
Dann bereitest Du ihm aufputschende Mittel aus Kräutern, (z.B.)1 Teil Erbsen, 1 Teil njwjw, 1 Teil jnnk, 1 Teil dSrw der sXt-Frucht; dies werde gekocht in Öl und vom Mann getrunken.
Dann legst Du Deine Hand auf ihn, indem sie gebeugt ist, so daß es dem Oberarm besser geht, bis er schließlich frei von Leiden ist. Dann sollst Du sagen: Dieses Leiden ist abgegangen zum Mastdarm und zum After. Nicht werde dieses Mittel jemals wiederholt.
(pEbers 37, 10 - 17 = 38, 10 -17)

Wenn Du einen Mann untersuchst, der an seinem Magen leidet, er erbricht häufig: Wenn Du findest es, indem es vorn an ihm ist, seine Augen sind entzündet und seine Nase, sie läuft. Dann sollst Du dazu sagen: Es sind Fäulnisprodukte seiner Schleimstoffe, nicht wollen sie herabsteigen zu seinem Beckenraum als seine Schleimstoffe.
Dann sollst Du ihm bereiten: Weizenkuchen und sehr viel sam, dann ein Maß gefüllt mit Zwiebeln darauf gegeben und in Bier als Arznei verabreicht, dazu fettes Fleisch vom Rind, und es werde gegessen vom Manne, werde heruntergespült mit Extra-Opferbier, so daß sich seine beiden Augen öffnen, so daß seine xnt-Krankheit schwindet, indem sie herabsteigt als Schleimstoffe.
(pEbers 37, 17 - 38, 3 = 38, 17 - 39, 2)

Wenn Du betrachtest einen mit Schleimstoffen und mit Schneiden, hart ist sein Bauch deshalb, und er leidet an seinem Magen, dann sind seine Schleimstoffe in seinem Bauch, sie finden nicht ihren Weg für das Hinausgehen. Auch existiert kein Weg, daß sie hinausgehen könnten. Dann verfaulen sie in seinem Bauch, denn sie kommen nicht heraus, und sie werden zu Gewürm. Dann werden sie vollständig zu Gewürm, um (später) zu Abgestorbenem in ihm zu werden. Werden sie ausgeschieden durch ihn, sofort geht es ihm besser.
Wenn er sie nicht als Gewürm ausscheidet, dann sollst Du für ihn bereiten Mittel für das Ausscheiden, so daß es ihm sofort besser geht.
(pEbers 52, 1 - 7 = 25, 3 - 8)

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* Die Unterscheidung zwischen Herz und Magen (="Mund des Herzens") ist nicht immer sicher möglich, so daß beide Bezeichnungen zeitweise synonym gebraucht werden können.
** In ägyptologischer Umschrift geschriebene Begriffe sind bis heute unübersetzbar.